Reise-und
18 Haziran 2009 Perşembe
  Gaumenfreuden in malerischer Landschaft: Die Wachau
Während das Läuten der familieneigenen Kapelle um Punkt 6 Uhr an diesem sonnenreichen Abend vom Prandtauerhof in Joching bis zu uns hinauf zum Bildstock Maria Taferl noch leise zu hören ist,



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sitzt Karl Holzapfel auf einem Grenzstein und blickt über seine friedliche Niederösterreichische Donaulandschaft. Die freilich in früheren Zeiten nicht immer friedlich war. So schlugen sich Römer, Franken, Langobarden, das asiatische Reitervolk der Awaren und viele andere Krieger hier ihre Köpfe ein und hinterließen Burgen und Schätze. Der größte Schatz ist jedoch neben den steinernen Zeugen der Wein, den die Römer hier in Pionierleistung kultiviert haben.




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Mit Herzblut erzählt der erfolgreiche Winzer Karl Holzapfel dann auch von seinen Reben, die ausschließlich von Hand gelesen werden. Von Trauben, die auf diesen steinigen, mineralhaltigen, aber auch kalkhaltigen und schieferdurchsetzten Böden zu höchster Güte auf 14 Hektar Rebfläche reifen, die ausschließlich von ihm nach traditionellen Arbeitsmethoden bewirtschaftet werden. „Und, nach strengen Qualitätskriterien ausgewählt,“ so der engagierte Winzer, „reflektiert der daraus entstehende Wein den Charakter unserer jeweiligen Lage“.

Bevor es dann ins Gutshofrestaurant in seinen Prandtauerhof zum köstlichen Abendessen geht, schau ich auf dem Rückweg schnell noch bei Josef Leitzinger rein,



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der gerade inmitten seines alten Weinkellers mit einem Umhang sitzt, und von Liesbeth Gruber seine silbergrauen Haare geschnitten bekommt. Nach getaner Arbeit wird dann ganz selbstverständlich eine Flasche vom Selbstgekelterten geöffnet und über die Neuigkeiten im Dorf gesprochen. Ein Glas trinke ich mit und ziehe dann weiter meines Weges zu meinem nicht weit entfernten Urlaubsquartier.




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Dort, im Prandtauerhof, wartet schon ein gut gedeckter Abendbrottisch von der liebenswürdigen Barbara Holzapfel auf mich unter einem dieser luftigen Bögen, von dem ich in den schönen Innenhof blicken kann. Der berühmte Barockbaumeister Jakob Prandtauer hat dieses altehrwürdige Haus 1669 erbaut, bevor er das pompöse Stift Melk zu seiner jetzigen Schönheit ausbauen konnte, das bereits 976 Residenz der Babenberger war und seit 1089 als Sitz der Benediktiner fungiert.



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Noch heute thront das riesige Benediktinerkloster Melk mit seiner alten Privatschule aus dem 12. Jahrhundert als Eintritt in die Wachau stolz über der hübschen kleinen Stadt Melk und der Donau. Seit mehr als 1000 Jahren ist Melk ein geistliches und kulturelles Zentrum des Landes, dessen Schätze überaus pfiffig in modernem Umfeld präsentiert werden.

Von Stift Melk an veredeln architektonische Flanken über die Ruine Dürnstein bis hin zum Stift Göttweig hoch über dem Städtchen Krems das Donautal.

Mit meinem Leihwagen fahre ich von dieser gotischen Pracht Melk auf der rechten Donauseite flussabwärts,




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werfe in Schönbühel einen Blick auf das gut erhaltene Schloss, das sich in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann. Die beiden gefährlichen Felsnasen Kuh und Kalb, die inmitten des Donauflussbettes an dieser Stelle herausragen, haben bestimmt schon zu einigen Schiffsunglücken beigetragen.



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Das Raubritternest Aggstein sehe ich schon von weitem hoch auf einem Berg thronen.



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Es hat nicht nur einen grandiosen Blick weit über die Wachau hinaus, sondern auch eine schlimme Vergangenheit.

So wurde es der Überlieferung nach den Gefangenen überlassen, ob sie verhungern oder ihrem Leben ein kurzes Ende bereiten wollten mit einem Sprung vom Felsvorsprung in den Rosengarten.

Und wer auch nicht springen wollte, der wurde kurzerhand hinunter gestossen.



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Wieder unten am Donauufer angekommen, fahre ich etwas nachdenklich über solche Grausamkeiten nach Oberarnsdorf. Und da der Donaudurchbruch mit seinen steil aufragenden Felswänden im Bereich der Wachau nur in Melk und in Krems auf einer Distanz von etwa 30 Kilometern jeweils eine Brücke zu bieten hat,



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steure ich dort die Rollfähre an, die mich nach Spitz übersetzt. Und während nach kurzer Wartezeit das über 50 Jahre alte, zwanzig Tonnen schwere Gefährt lautlos übersetzt, erklärt mir Fährmann Andreas Hubmaier, dass sein altes Schätzchen ohne jeden Antrieb fährt. Lediglich hängt es an einem hoch über der Donau gespannten Stahlseil und wird ausschließlich durch sein Steuerruder von einer Seite zur anderen in Bewegung gesetzt.



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Das die Uferszenerie vor langer Zeit noch rauer und abweisender war als heute, dass sehe ich sehr anschaulich im mächtigen Gewölbekeller des Barockschlosses Erlahof im Schifffahrtsmuseum in Spitz. Dort wird gut dargestellt, wie im 19. Jahrhundert 60 Arbeitspferde in Zweierreihen hintereinander gespannt eine Armada von Holzkähnen und auch Flöße über die Urgesteinsböden und dicht an den steil aufragenden Felsen vorbei Donau aufwärts gezogen haben. Zu jener Zeit hätten sich die schuftenden Arbeiter im Traum nicht vorstellen können, dass ihnen einmal Schiffsmotoren ihren Arbeitsplatz nehmen könnten. Auch nicht, dass ihre urgewaltige Wachau einmal ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen werden könnte.



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Einige Tage später stehe ich in Spitz nur einen Steinwurf von der Stelle entfernt, an der mich die nostalgische Autofähre übergesetzt hat. Dort warte ich an der Anlegestation der Brandner Schifffahrtsgesellschaft auf die im Jahre 2008 elegant renovierte MS „Austria“, mit der mich Kapitän Herbert Reisinger durch die sonnenverwöhnte Weinbauregion flussabwärts steuert. Und während kurze Zeit später mein schneeweißes Schiff durch eine Landschaft gleitet, die einem Wunschkonzert gleicht, darf ich schnell mal mit Bootsmann Rene Brandstätter einen Blick in den piksauberen, aber mächtig lauten Maschinenraum werfen und erfahre dabei, dass zwei Dieselmotoren mit einem Hubraum von 30 Litern über blitzblanke Propellerwellen das 59 Meter lange Schiff antreiben. Von der Kapitänsbrücke aus blicke ich wenig später auf die




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hoch thronende Ruine Dürnstein, die ich am Tage zuvor in der „Blauen Stunde“ fotografiert habe. Dort wurde 1193 König Richard Löwenherz gefangen gehalten und durch den Sänger Blondel befreit.

In Krems, eine der ältesten Städte Österreichs, steige ich aus und mache einen längeren Spaziergang über die Donaubrücke nach Mautern. Dort liegt inmitten schmaler Gässchen mit hübschen alten Häusern das sagenumwobene



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Landhaus Bacher, das in den fünfziger- und sechziger Jahren die beliebteste Backhendlstation der Wachau war und so bekannte Ufa-Filmstars wie Waltraud Haas und Hans Moser nach anstrengenden „Mariandl“-Drehtagen ihr Hendl genüsslich aßen. Auch heute noch ist Starköchin Lisl Wagner-Bacher mit ihrer exzellenten Küche weit über die Grenzen der Wachau hinaus bekannt. Schwiegersohn Thomas Dorfer ist seit langem an ihrer Seite.

Und dann machen mich süße Früchte neugierig, die von der EU geschützt sind. So stehe ich am nächsten Tag auf dem Marillenhof von Harald Aufreiter. Bei einem anschließenden Spaziergang vorbei an alten großen Marillenbäumen mit



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Blick hinüber zum nahe gelegenen barocken Stift Göttweig, dem „österreichischen Montecassino“, erfahre ich von ihm, dass die Marille von der EU mit dem stärksten Schutz, der GU, der geschützten Ursprungsbezeichnung, versehen ist. Ich erfahre auch, dass die Marille nicht lange lagerfähig ist. So war vor hunderten von Jahren nur ihr Geschmack ausschlaggebend und nicht eine Makellosigkeit wie die Früchte aus einem Supermarkt.



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„Wir haben keine kleinen Bäume gezüchtet, von denen man die Früchte einfach maschinell ernten kann wie in anderen Regionen. Bei uns sind die Bäume zum Teil 10 bis 12 Meter hoch und somit auch kompliziert zum Pflücken.“ Und wie Harald Aufreiter dann auch erwähnt, dass er beim Pflücken schon mal von der Leiter gefallen ist, da muss er lachen. Meint aber verschmitzt, dass ihm das besondere Aroma seiner Früchte das einfach Wert ist.



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Später, viel später, nach einem langen und guten Gespräch über falsches Veredeln, alte Marillensorten und den Umgang mit dem anfälligen Obst, sitze ich im Hof von Schwester Ilse und bekomme von ihr einen großen Teller vorgesetzt mit saftigen Marillenknödeln. Einfach köstlich!

Gut gestärkt, die Sonne geht an diesem Abend schon unter, stehe ich mit Christine Saahs inmitten ihres altehrwürdigen Nikolaihofs unter einer mächtigen, duftenden Linde. Sie erzählt mir mit leuchtenden Augen, dass wir hier auf einem Kraftplatz stehen, von dem sehr viel Energie ausgeht. Staunend betrachte ich mir die Front des Hofes mit seiner 2000 Jahre alten Geschichte. So ist die Agapit-Kapelle auf römischen Fundamenten gebaut, ein gotisches Netzrippengewölbe im Gebäudeinneren vorhanden, und vor kurzem wurde von der Familie im barocken Turm eine ferngesteuerte Funkuhr eingebaut.
 
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